In der Szene am Anfang der Folge, als Columbo den Büroraum von Oliver Brandt betritt, dreht er den Türknauf mit der rechten Hand um und kommt hinein. Nachdem er den Raum betreten hat und die Kamera ihn von vorne zeigt, sieht man, dass Columbo seine linke Hand an dem Türknopf hat.
Hier wird das Opfer wieder „ad-hoc“ umgebracht, also kein lang geplanter Mord. Dadurch entstehen natürlich auch einige kleine Fehler, die Columbo auf die richtige Spur bringen. Entscheidend für den Fall ist aber hier ein Diamentendiebstahl aus der Vergangenheit, dessen Rahmenhandlung Columbo fast direkt serviert wird. Das Zusammenspiel Columbo - Täter klappt wunderbar, einige lustige Szenen sind ebenfalls vorhanden. Eine gute, solide Folge kurz vor dem Ende der Serie – allerdings auch nichts spektakuläres. 3/5 Punkte.
Eine sehr außergewöhnliche Folge. Mehrere Opfer während des gesamten Filmes und der Zuschauer weiß nicht schon zu Beginn, wer der Übeltäter ist. Obwohl es einige inhaltliche Ungereimtheiten gibt, kann die Folge wirklich überzeugen. Colombo passt in die Rolle des Undercover-Cops, auch kann er (wie schon lange nicht mehr gesehen) richtig wütend werden. Bewertung lasse ich mal, da sie nicht mit den anderen Folgen vergleichbar ist. Dennoch: sehr sehenswert!
Ich stimme PeterPan absolut zu, denke aber dass dieser etwas schräge Plotverlauf einfach die Folge eines zwar schon fast sympathischen, aber fundamentalen Fehlers des Autoren ist - hier, teilweise gar wörtlich zu verstehen: Der Mord an sich ist das Problem!
Meine Vermutung ist, dass man dem Mörder eine Art Sympathie-Bonus geben wollte und ihn deshalb nicht - bibelwürdig - seinen Bruder von Hand totschlagen liess. Eine an sich lobenswerte Idee. Bloss hätte man sich wohl tiefer mit den Folgen des erdachten Verbrechens auseinander setzen sollen und beispielsweise einen vom Täter provozierten Unfall-Tod inszenieren können. Nicht gerade nett, aber dafür endgültig und trotzdem nicht ganz so offensichtlich kaltblütig.
Denn viele, hier bereits aufgeführte Punkte, lassen die ganze Geschichte ziemlich fragwürdig, bis hin zu, wenn rechtlich betrachtet, sinnlos erscheinen. Fakt ist, ein Mensch verdurstet in diesem Weinkeller in vier Tagen nicht. Ein psychisches Trauma und Mangelerscheinungen, ja, aber der Wein spendet das benötigte Nass und der Alkohol ist konservierte Energie.
Wieso die Anage überhaupt ausschalten? So zu handeln macht doch bei keinem der Beteiligten irgend einen Sinn.
Und die unbeantwortete Frage bleibt auch bestehen: Inwiefern macht die ausgefallene Klimaanlage Carsini für Columbo zum Mörder? Das offene Verdeck allein kann nicht mal ein kriminalistisches Genie wie den Inspektor direkt auf den Bruder und dessen Weinkeller, als Mörder und Werkzeug, schliessen lassen.
Das freiwillige Geständnis und der nutzlose, weil illegal beschaffte, Beweis
sind sozusagen noch das Sahnehäubchen auf eine, in süssem Wein getränkte, nette Story.
Dafür aber äusserst glaubhaft und famos gespielt - Pleasance wie Falk laufen hier zu Hochform auf. So hochkarätige Mimen sind heute recht schwer zu finden - meine Meinung.
Fazit: lässt man/frau mal alles vorher Erwähnte ganz einfach aussen vor und lehnt sich stattdessen gemütlich zurück - vielleicht gar mit einem Glas guten Weines - dann fühlt sich diese Folge schlicht TOLL an - deshalb wohl auch die hohe Bewertung!
Eine weiterer schönen Gag in dieser Folge:
Bei der letzten Trauerfeier tanzt ein Steptänzer zu einer Melodie des Broadway Musicals \"No, No, Nanette\" von 1925. Eine Orchesterfassung des Stücks entstand 1927 von dem russischen Komponisten Dimitri Schostakowitsch.
Der Titel des Stücks lautet \"Tea for Two\".
In der nächsten Szene sind Columbo und Eric Prince in dessen Büro, auf dem Tisch steht ein Tablett mit einer Kanne und zwei Tassen, und Columbo bemerkt \"Ah, Tea for Two!\"