Wahnsinnig kompakte und kurze Episode mit einem herausragenden Oskar Werner, in seiner letzten Filmrolle.Scheinbar musste Falk auf den Drehtagen sogar kontinuierlich Überzeugungsarbeit leisten, damit Werner nicht mittendrin abbricht.
Ich war ziemlich überrascht, als die Folge plötzlich vorbei war. Das übliche Columbo-Nerven fehlt auffallend.
Leider habe ich nie die Urfassung mit Schwazkopf und Oskar Werner himself sehen können.
Sehr überzeugende Folge.
9/9
Bei einer Länge von 72 min statt 92 min wäre dieser Fall sicherlich nicht erst heute vor 26 Jahren zum ersten Mal in Deutschland bei RTL gelaufen, sondern schon in den 70ern in der ARD, denn inhaltlich sehe ich keinerlei Mängel. Zeitlupendenker Columbo raubt gestresstem, machtgeilem Senatskandidaten die Zeit und kocht ihn weich. Ein Verschwörungstheoretiker, der immer Recht hat, weist auf brillantem Wege die Verschwörungspraxis eines selbstsüchtigen Politikers nach. Eine jener Überführungsszenen, bei denen es dem Mörder vor Staunen die Sprache verschlagen hat, und wo der Zuschauer vor Freude über Columbos Triumph in die Hände klatschen kann.
@New/OldOrder Es gibt die Callaghan Film Ranch nicht. Das ist ein bei Columbo-Krimis, die im Filmmilieu spielen, nicht unüblicher Insider-Gag. Der Kameramann der beiden vorangegangenen Episoden "Mord à la Carte" und "Mord in eigener Regie" war Duke Callaghan.
@Areion Wenn dem so wäre, dann hätte Roger ein ungeschriebenes Gesetz in "Columbo" gebrochen: Kein Mörder der Serie ist so charakterlos, dass er eines seiner Elternteile ermordet.
Mich stört etwas anderes an der Episode: Dem getöteten Chauffeur wird gar keine Aufmerksamkeit gewidmet. Falls es Mord war, hätte doch der Fahrer des Wagens ebenso gut das geplante Opfer sein können, aber für Columbo ist es aus unverständlichen Gründen selbstverständlich, dass es dem Killer nur um den sozial Höherstehenden der zwei Toten gegangen sein kann.
Interessant ist auch, dass erwähnt wird, Rogers Eltern seien bei einer Explosion im Chemiewerk ums Leben gekommen, als er noch ein Kind war; sollte das etwa eine Andeutung darauf sein, dass er damals auch schon nachgeholfen hat?