Eine recht interessante Folge, in der der Mörder zumindest teilweise Sympathie bekommen kann, weil er eben wegen kleinerer "Verrücktheiten" und "Missgeschicke" wie z.B. Drogen im College, oder aber verzocktes Geld im Casino, von seinem Onkel erpresst wird. Eine der Folgen in denen zumindest oberflächlich eine positive Bindung zwischen Zuschauer und dem Mörder erzeugt wird, ähnliches z.B. bei den "Holly machts mit Houston" und "Roboter MM7" Episoden, wo immer Erpressung bzw. ruinierte Karriere und abgrundtief böse Absichten des Opfers den Täter zum Mörder machen. Aber Mord bleibt Mord.
Dass sich Roger in dieser Episode schon ziemlich schnell selbst verrät, wird nur getoppt durch die Tatsache dass Columbo was von "Nitroglycerin" hört, von seinem Labor(!) die Meldung erhält, es sei ein chemischer Zünder möglich gewesen, und Rogers an sich extrem nervöse Art hätten jederzeit gereicht, um den Jungen im Verhör auseinander zu nehmen. Grund für die Verhaftung hätte ausgereicht zu erwähnen dass er seinem Onkel am nächsten Stand, ein eigenes Labor hat, UND Nitroglycerin besitzt, all das wäre schon Grund genug gewesen. für eine Verhaftung. Auch dass Roger sich von der Polizei schnappen lässt als er so tut als würde er Quincy's Wohnung durchsuchen usw., alles Indizien die Ausreichen, den Jungen zumindest 48h (oder warens maximal 72h?) festzuhalten und zu verhören, was auch ohne juristisches Nachspiel ginge. Trotzdem eine tolle Folge auch wegen Columbos Höhenangst (Stichwort 'Charakterbildung')
Neben einigem der vorredner dem ich zutimmen kann, finde ich seltsamerweise die Dialoge nicht "künstlich" gestreckt. Liegt eventuell daran, auf was man achtet, ich versuche immer Columbo-like die Mimik zu beobachten, und weniger auf jedes Detail des gesprochenen zu achten.
Der Mörder bzw. die Auflösung hat auch einige interessante Fakten bereit, so z.B. Columbos Andeutungen und Indizien, dass einige der Anwesenden bei der Beseitigung der Leiche geholfen haben müssen (Stichwort: Leichen sind schwer), manche auch einfach nur auf finanzielle Boni aus sind, was Columbo sozusagen dazu bringt, eigentlich ALLE Verdächtigen verhaften zu müssen, was ich auch für einen Filmfehler halte. Eigentlich müssten alle Beteiligten/Verdächtigen zumindest wegen Mittäterschaft bzw. Mitwissertum angeklagt werden, jedenfalls wäre das in der Realität so.
Dass der "Mörder" sich selbst sozusagen als Bauernopfer darbietet, erklärt auch Columbos "grimmiges" Gesicht, etwas das er relativ selten am Ende einer Folge macht, wenn ein Mörder seine (teilweise) Sympathie hat, oder es knapp bzw. schwer war ihn fest zu nageln, oder der Mörder gemordet hat weil er erpresst bzw. anderweitig in richtigen verständlichen Schwierigkeiten war.
Eine sehr gute Folge, die unterschätzt wird. Etwas störend sind nur die langatmigen Dialoge zwischen Columbo und Lucerne. Abgesehen davon finde ich die Geschichte spannend und die Auflösung schlüssig.
Der grüne Wagen war der Köder, in den die Jungs die Mordwaffe hineinlegen sollten, die sie nach der Tat ausgebaut und versteckt haben - und das haben sie getan, sie sind Columbo auf den Leim gegangen.
Mich hatte nur gewundert, wie in der von Columbo nachgestellten Mordszene in der Tiefgarage die Waffe, Kamera und Sender im Motorraum des Jeeps eingebaut waren - aber das waren NICHT die originalen Tatwerkzeuge, das hat die Polizei unmittelbar vor der Vorführung ohne Wissen der Jungs inszeniert, um den Mord nachzustellen.
Das ging für mich so nicht aus der Episode hervor, als ich sie zum ersten Mal sah. Erst beim zweiten Mal habe ich den Zusammenhang gesehen, dass die originale Mordwaffe unmittelbar nach dem Mord im Jeep aus dem Gebäude herausgebracht und wohl schnellstmöglich ausgebaut und versteckt wurde - das hätte man aber auch im Film zeigen können, es hätte der Spannung und der logischen Aufklärung durch Columbo nicht geschadet - ganz im Gegenteil, es wäre ein weiteres, logisches Puzzleteilchen gewesen, das der Zuschauer ruhig hätte sehen können, um den Gesamtzusammenhang gleich beim ersten Ansehen der Episode zu begreifen...